Die deutsche Nationalhymne

Was würden wir heute machen, wenn wir unsere Meinung über ein bestimmtes Thema mit der Öffentlichkeit teilen wollten? Wir würden uns wahrscheinlich eine Facebook Seite einrichten, unsere Mitstreiter über WhatsApp-Gruppen auf dem Laufenden halten oder würden Videos bei YouTube posten.
Früher hatten die Menschen aber keine dieser Möglichkeiten, ganz im Gegenteil, dank der Karlsbader Beschlüsse durften die Bürger sich damals nicht einmal öffentlich über Politik unterhalten. Zeitungsartikel oder Bücher, die einen Nationalstaat fordern, waren auch verboten. Deshalb musste etwas her, das die Überzeugungen und Forderungen, für die man eintreten will, in Erinnerung ruft und das auch dem Gefühl der Menschen entspricht. Das ideale Werkzeug dafür ist ein Lied. Lieder, die man leicht lernen kann und die man gemeinsam singt, stärken das Gemeinschaftsgefühl. Sie arbeiten auch viel mit Symbolen und jeder Bürger kann sich damit identifizieren.

Das wichtigste politische Lied der deutschen Geschichte ist unsere Nationalhymne, das Lied der Deutschen. Die Melodie war damals sehr bekannt, es handelt sich um die österreichische Nationalhymne komponiert von Joseph Haydn im Jahr 1797. Der Text stammt von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Die erste Strophe wird heute nicht mehr gesungen, denn da heißt es „Deutschland Deutschland über alles, über alles in der Welt.“ Ursprünglich wollte Hoffmann von Fallersleben damit sagen, dass nicht die einzelnen Staaten im deutschen Bund und die Herrscher in diesen Staaten das Vaterland der Deutschen sind, sondern ein neuer deutscher Nationalstaat, die Idee von Deutschland, die Verwirklichung eines deutschen Nationalstaates sei. Damit die erste Strophe nicht falsch verstanden wird, wird sie nicht mehr gesungen.
Wichtiger ist aber die dritte Strophe, die passt ganz gut zur Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland geteilt war, denn ursprünglich geht es ja um die Einheit.

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.“

Das ist die Idee, um die es geht.

„Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand.“

Das ist ein Aufruf an alle, mitzumachen, und außerdem kann man sich dabei richtig in den Arm nehmen, das schweißt zusammen, wenn man es gemeinsam singt.

„Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe Deutsches Vaterland.“

Hier wird nochmal der gemeinsame Wunsch der Sänger zum Ausdruck gebracht: die Einheit der Deutschen.

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